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Digitalisierung und Autonomisierung im Krankenhaus 4.0

Quelle Abbildung: FRAUNHOFER IML

Thomas Bredehorn und Andrea Raida vom Fraunhofer Institut über die Veränderungen, die die Digitalisierung für Krankenhäuser und dessen Personal bringt.

Andrea Raida

Projektleiterin Health Care Logistik Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML © Foto: DW-FOTODESIGN

Thomas Bredehorn

Stv. Abteilungsleiter Health Care Logistics Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML © Foto: DW-FOTODESIGN

Die Digitalisierung und Autonomisierung der Krankenhäuser werden in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen. Was bedeutet dies für die Organisation der Gesundheitseinrichtungen?

Derzeit ist der Digitalisierungsgrad und somit die Technologie- und Innovationsfähigkeit der Krankenhäuser sehr unterschiedlich stark ausgeprägt, wodurch gezielte Investitionen notwendig sind. Krankenhäuser müssen sich fragen, in welchem Entwicklungsstand sie sich befinden und welche Konzepte in Zukunft angestoßen werden können/müssen, was einer strukturierten Vorgehensweise von der Idee bis zur Einführung und Einbettung in das Gesamtsystem bedarf.

Ein weiterer Punkt ist die Überwindung der sektoralen Trennung, d.h. bisher getrennte Sektoren rücken zusammen, was einen konsistenten Informationsfluss zwischen den Sektoren notwendig macht. Dies trifft auch auf die einzelnen Einrichtungen zu. Durch die Digitalisierung sind zudem mehr Informationen vorhanden, welche ausgewertet und verwendet werden müssen. Es ist also enorm wichtig und notwendig, ein stimmiges Informations- und Dokumentationskonzept zu haben bzw. zu erstellen sowie eine digitale Infrastruktur sicherzustellen.

Quelle Abbildung: FRAUNHOFER IML

Was bedeutet dies für das Personal?

Die Digitalisierung und Autonomisierung können als Instrumente zur Entlastung der Pflege genutzt werden, was auch eine Veränderung bzw. Verlagerung der bisherigen Tätigkeitsfeder mit sich bringt. Mussten bisher noch Bestellungen für Apotheken und medizinische Artikel über Pflegekräfte oder VersorgungsassistentInnen durchgeführt werden, so ist davon auszugehen, dass zukünftig über die automatisierte Dokumentation/Identifikation des Verbrauchs von Material (Echtzeit-Bestand) automatisiert Materialbestellungen erfolgen können, was wiederum zu einer Entlastung des Personals führen kann.

Das Zusammenspiel aus Medizin-, Digitalisierungs- und Logistikstrategie bestimmt den effizienten Betriebsablauf in einem Krankenhaus.

Die Verlagerungen oder Änderungen der Tätigkeiten geschehen durch Digitalisierung und Automatisierung auf unterschiedlichsten Ebenen. Betten müssen beispielsweise nicht mehr von Personen geschoben werden, Bestellungen werden automatisch generiert usw., was aber auch zur Folge hat, dass sich die Anforderungen, die an das Personal gestellt werden, ändern. MitarbeiterInnen müssen sich in Zukunft vermehrt mit den IT-Systemen auseinandersetzen und mit diesen auch umgehen können.

Quelle Abbildung: FRAUNHOFER IML

Was muss man bezüglich IT und Logistik beachten?

Das Zusammenspiel aus Medizin-, Digitalisierungs- und Logistikstrategie bestimmt den effizienten Betriebsablauf in einem Krankenhaus. Unterstützende logistische Prozesse haben häufig einen direkten Bezug zu medizinischen Prozessen, wie z. B. Patiententransport zu terminierten medizinischen Untersuchungen. Hier ist es wichtig, dass medizinische Systeme, wie beispielsweise Radiologie-Systeme (Terminplanung) eine Schnittstelle zu Patiententransportsystemen (z. B. Logistik-Leitstand) haben, um einen optimalen, zeit- und anforderungsgerechten Patiententransport zu gewährleisten. Die Interoperabilität ist dabei eine der größten Herausforderungen.

Für die Digitalisierung und Vernetzung von Behandlungs- und Versorgungsprozessen mit Hilfe von cyberphysischen Systemen sowie dem Internet der Dinge und Dienste bedarf es eine geeignete IT- sowie Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Die IT-Systeme und deren Bedienung müssen zudem, soweit nicht automatisiert, anforderungsgerecht und intuitiv für die NutzerInnen gestaltet werden. Die neu entwickelten cyberphysischen Systeme sowie Softwaretools dienen in erster Linie den MitarbeiterInnen als Unterstützungswerkzeuge. So können das Personal bzw. die einzelnen Abteilungen vermehrt digital miteinander kommunizieren, wodurch auch der Austausch zwischen Personal und PatientIn erleichtert wird. Eine gezielte Informationsweiterleitung liefert ÄrztInnen und Pflegekräften so passgenaue Patienteninformationen, welche die Behandlungs- und Diagnoseprozesse erleichtern. Derartige IT-Systeme sorgen zudem für eine Verbesserung der Patientensicherheit und einer erhöhten Transparenz, indem Daten und Informationen den PatientInnen über das System oder Apps zugänglich und nutzbar gemacht werden.

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