Home » News » Mehr digitale Patientendaten für eine bessere Gesundheitsversorgung
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In Österreich ist die Digitalisierung des Gesundheitswesens schon recht weit fortgeschritten – denkt man an die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) oder den „Grünen Pass“ als digitales Impfzertifikat. Wo sehen Sie weitere Potenziale?

Michaela Kainsner: Da gibt es noch viel Luft nach oben. Mit der Einführung der ELGA ist schon ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung getan, doch laut einer Studie der Fachzeitschrift „Methods of Information in Medicine“ hat Österreich bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens im europäischen Vergleich zwar aufgeholt, liegt aber immer noch im Mittelfeld.

Eines der größten und aktuell noch weitgehend ungenutzten Potenziale liegt sicherlich in der Nutzung von digitalen Patientendaten. Verbunden mit einer effektiven Pseudonymisierung, ist deren Auswertung, Verknüpfung und Interpretation ein wesentlicher Baustein im Rahmen sowohl versorgungs- als auch forschungsrelevanter Fragestellungen, die nicht zuletzt auch in der Bewältigung globaler Herausforderungen wie beispielsweise der COVID-19-Pandemie entscheidend sein können. Aktuell wird heftig und kontrovers über die geplante Einrichtung eines Austrian Micro Data Center diskutiert, das als eine Art Superdatenbank die Registerdaten aus öffentlichen Stellen und Gebietskörperschaften vorhalten und einen geschützten Raum für die Gesundheitsforschung bieten soll.

Bei aller kontroversen Diskussion rund um Datenschutz bin ich überzeugt, dass künftig die zunehmend mündiger werdenden Patientinnen und Patienten auch bereit sein werden, ihre Gesundheitsdaten zu teilen. Die Hoheit über die eigenen Daten zu haben, gehört genauso mit dazu, wie die Möglichkeit, aktiv in den Behandlungsprozess mit einbezogen zu werden und damit bei Therapieentscheidungen und Behandlungsschritten mitreden zu können. Diesbezüglich lässt sich eine sehr deutliche Trendwende erkennen, die das Gesundheitswesen auch künftig spürbar und nachhaltig beeinflussen wird.

Wie können Kliniken von der Digitalisierung profitieren?

Michaela Kainsner: Die Kliniken stehen unter einem enormen Kostendruck. Ein hoher Digitalisierungsgrad bietet ihnen die Möglichkeit, sich vom Wettbewerb abzuheben. So können sie zum Beispiel ihren Patientinnen und Patienten mehr Service bieten, wenn ihnen bereits im Vorfeld des Klinikaufenthalts über ein Patientenportal gleich alle wichtigen Informationen zu den geplanten Untersuchungsterminen bereitgestellt werden.

Die Möglichkeiten für Kliniken, von einer auf ihre Prozesse ausgerichteten Krankenhaussoftware zu profitieren, sind vielfältig. So helfen Krankenhausinformationssysteme (KIS) dabei, Patientenströme zu messen. Die Klinikleitung bekommt somit einen besseren Überblick über die aktuelle Auslastung und verfügbare Personalressourcen und kann gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen. Das KIS bedeutet auch für das Krankenhauspersonal Erleichterung im Arbeitsalltag. So kann Software dabei helfen, den Dokumentationsaufwand von Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pflegepersonal zu verringern, indem sie zum Beispiel bei der Pflegedokumentation automatisch To-do-Listen erstellt oder den Arztbrief im Hintergrund mit Informationen anreichert. Auch bei der Medikation kann Software im Arbeitsalltag ihren Beitrag leisten, indem sie etwa, sobald mehr als ein Medikament gleichzeitig verordnet wird, einen automatischen Wechselwirkungscheck durchführt.

Was muss gute Krankenhaussoftware leisten?

Michaela Kainsner: Ein gutes KIS sollte sich an den medizinischen Prozessen einer Klinik orientieren und diese entsprechend abbilden. Bei Meierhofer haben wir uns das zum Credo gemacht. Unsere Lösungen sind an die Bedürfnisse von Akutkliniken, Rehaeinrichtungen, Psychiatrien und Intensivstationen ausgerichtet und bilden die gesamte Patient Journey ab – von der Aufnahme über den OP bis hin zur Entlassung.

Es kommt vor allem auf drei Aspekte an: Nutzerfreundlichkeit, Versorgungsqualität und Zukunftssicherheit. Wir haben unser KIS mit einer neuen Generation dahin gehend angepasst und ausgerichtet. Dazu haben wir unter anderem die Benutzeroberfläche komplett überarbeitet, sodass Anwenderinnen und Anwender sich leichter im Programm zurechtfinden und noch gezielter und schneller auf die Informationen zugreifen können, die sie für ihre Arbeit brauchen. Darüber hinaus tragen wir mit der neuen Generation von M-KIS technologischen Aspekten wie Cloudfähigkeit, serviceorientierter Architektur (SOA) und Interoperabilität Rechnung.

Michaela Kainsner

Geschäftsführerin Meierhofer Österreich GmbH
© Foto: Meierhofer Österreich GmbH

Michaela Kainsner ist seit 2016 Geschäftsführerin der Meierhofer Österreich GmbH. Die studierte Gesundheitswissenschaftlerin und Medizininformatikerin begann 2001 ihre Karriere bei Meierhofer als Consultant und Projektmanagerin. Seit 2013 ist Michaela Kainsner zudem Geschäftsführerin der Meierhofer Schweiz AG. Meierhofer ist seit über 30 Jahren ein etablierter Anbieter von Lösungen für die digitale Patientenversorgung in Krankenhäusern, Kliniken und Spitälern im deutschsprachigen Raum. Rund 250 Kunden aller Bettengrößen setzen auf das Krankenhausinformationssystem, PDMS, OP- sowie Fach- und Funktionslösungen von Meierhofer, die sich vor allem durch ihre Integrationsfähigkeit in andere Systeme auszeichnen. Das Unternehmen beschäftigt rund 240 Mitarbeiter an neun Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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