Home » News » Steigende Bedeutung von Parallelimporten
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Für Krankenhausapotheken sind Lieferengpässe ein lästiger Teil ihres Arbeitsalltags geworden. Laut Daten des BASG vom August 2022 sind 406 Medikamente nicht oder nur eingeschränkt verfügbar1. Auch der wachsende Kostendruck auf das Gesundheitssystem stellt neue Herausforderungen dar.

Um dem entgegenzuwirken, beziehen Krankenhausapotheken immer häufiger parallel- oder reimportierte Arzneimittel. „Im Vergleich zu Deutschland und Dänemark sind die Zahlen zwar noch vergleichsweise niedrig, aber auch hier in Österreich haben wir in den letzten Monaten ein steigendes Interesse an Parallelimporten beobachten können“, sagt Fabio Pillat, Ansprechpartner für Krankenhausapotheken bei Abacus Medicine.

Fabio Pillat

Fabio Pillat

Product Development Manager, Abacus Medicine Austria GmbH

Was versteht man unter Parallelimport?

Parallelimportierte Arzneimittel sind Originalarzneimittel, die aus dem EU-Ausland in den österreichischen Markt eingeführt werden, um hierzulande Gesundheitskosten einzusparen und schwer beschaffbare Arzneimittel zugänglich zu machen. Die Qualitätsanforderungen an Parallelimporteure und -importeurinnen sind dabei genauso hoch wie an Originalhersteller:innen.

Wie profitieren Krankenhausapotheken von Parallelimporten?

„Aus wirtschaftlichen Gründen können sich Originalhersteller dazu entscheiden, Arzneimittel nicht länger auf dem österreichischen Markt anzubieten“, erklärt Pillat. „Parallelimporteure können diese Arzneimittel wieder zugänglich machen. Für Krankenhausapotheken bedeutet das: Bestehende Therapien können fortgeführt und neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnet werden“, so Pillat weiter.   

In Dänemark, ein Vorreiter in Sachen Parallelimport, machen Parallelimporte bereits 16 % des Marktumsatzes aus2 (Stand 2021). Im Jahr 2021 konnten so 99,5 Millionen Euro eingespart werden. Auch in Deutschland sind Parallelimporte ein fester Bestandteil des Gesundheitssystems geworden und teilweise sogar gesetzlich verpflichtend. 

„Angesichts der jüngsten Entwicklungen erwarten wir auch in Österreich eine steigende Nachfrage nach Parallelimporten“, prognostiziert Pillat. „Ich bin davon überzeugt, dass Parallelimporte einen maßgebenden Teil zur modernen Gesundheitsversorgung beitragen werden“, so Pillat abschließend.

1https://medicineshortage.basg.gv.at/vertriebseinschraenkungen/faces/adf.task-flow?_document=WEB-INF%2Fmain-btf.xml&_id=main-btf
2https://copenhageneconomics.com/publication/the-economic-impact-of-parallel-imports-of-pharmaceuticals/

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