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One Health und Digitalisierung: Gemeinsam die Zukunft denken

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Der One-Health-Ansatz basiert auf dem Verständnis, dass die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt eng miteinander Verknüpft sind – und dient somit einerseits der Prävention, andererseits aber vor allem auch der interdisziplinären Zusammenarbeit, insbesondere zwischen Humanmedizin, Veterinärmedizin und den Umweltwissenschaften.

Univ.-Prof. Dr. med. Lars-Peter Kamolz

Präsident der leitenden Krankenhausärzte Österreichs VLKÖ

Im Mittelpunkt von One Health stehen also die Schnittstellen zwischen Menschen, Nutz-, Haus- und Wildtieren und den Ökosystemen, in denen sie alle leben. One Health ist dabei ein kollaborativer, multisektoraler und transdisziplinärer Ansatz, der auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene arbeitet, um optimale Ergebnisse in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden zu erzielen, wobei die zusammenhänge zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und ihrer gemeinsamen Umwelt berücksichtigt werden.
Die WHO beschreibt One Health als Ansatz, in dem verschiedene Bereiche zusammenarbeiten, um bessere Ergebnisse in Bezug auf die öffentliche Gesundheit zu erreichen. Bereiche, die hier im Fokus liegen, sind die Nahrungsmittelsicherheit, die Kontrolle von Zoonosen sowie der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen.
Auf internationaler Ebene haben sich beispielsweise wichtige Organisationen in Form einer „Quadripartite“ vernetzt; nämlich die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und das Umweltprogramm der Ver- einten Nationen (UNEP).
2008 wurde ein Rahmen- werk mit dem Titel „Contributing to One World, One Health – A Strategie Frame-work for Reducing Risks of Infectious Diseases at theD Animal-Human-Ecosystems Interface“ beschlossen, in dem die Bedeutung des One­Health-Ansatzes für die globale Gesundheit bekräftigt wurde.

Die Digitalisierung ist ein stetig fortschreitender Prozess, der sämtliche Bereiche unseres täglichen Lebens betrifft.

Wichtig ist aber neben dieser „Vernetzungsarbeit“ vor allem auch der interdisziplinäre und translationale Forschungs­ansatz, um den One-Health­Ansatz auch in der Praxis umzusetzen. Hierbei spielen interdisziplinäre Forschungs­projekte eine wichtige Rolle, die die unterschiedlichsten Partner mit ihrer jeweiligen Expertise aus der Praxis einbinden, datenbasierte Lösungsansätze entwickeln und zur deren Ver­breitung beitragen.

Welchen Stellenwert in diesem Zusammenhang die Digitalisierung bzw. E-Health einnehmen kann, ist schnell ersichtlich. Die Digitalisierung ist ein stetig fortschreitender Prozess, der sämtliche Bereiche unseres täglichen Lebens betrifft. Smartphones, Wearables und Co. begleiten uns täglich, immer bestrebt, so viele Daten wie möglich zu sammeln. Diese Daten können wiederum der Wissensgenerie­rung dienen. Gerade das Gesundheitswesen erlebt durch diese und andere Technologien eine gewisse Transformation. E-Health ist wiederum ein Sammelbegriff für den Einsatz dieser digitalen Technologien im Gesundheitswesen. Er bezeichnet somit alle Hilfsmittel und Dienstleistungen, bei denen Informa­tions- und Kommunikationstechno­logien zum Einsatz kommen und die der Vorbeugung, Diagnose, Behandlung, Überwachung und Verwaltung im Gesund­heitswesen dienen. Aber nicht nur das – die Digitalisierung und E-Health werden auch als sehr potente Mittel zur Vernetzung gesehen.

JE NACH THEMENGEBIET UND AUSBAUSTUFE LASST SICH E-HEALTH IN VERSCHIEDENE FORMEN EINTEILEN:

• Information – das Bereitstellen von gesundheitsrelevanten Infor­mationen

• Kommunikation und Interaktion – der Austausch von Informatio­nen

• Transaktion – der gezielte Datenaustausch, mit dem Ziel die Erbringung medizinischer Leistungen vollständig elektronisch ab­bilden und abwickeln zu können

• Integration – die Aufzeichnung von Daten und die Zusammen­führung aller Daten aus medizinischen und ,,paramedizinischen Bereichen“

FÜR DEN ONE-HEALTH-ANSATZ ERGEBEN SICH DARAUS BEISPIELSWEISE FOLGENDE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN:

• Unterstützung von lokalen und internationalen Datensammlun­gen (vernetzte Forschung) und schnellere Nutzung (Translation) dieser Daten (z.B. bei Krankheitsausbrüchen wie Epidemien oder Pandemien, der Kontrolle von Zoonosen sowie beim Kampf gegen die Antibiotikaresistenzen)

• Vermeidung von Diagnose- und Behandlungsfehlern (z. B. durch Informationsaustausch, elektronischen Decision-Support, Zugang zu Fachwissen und Expert:innenunterstützung, auch in abgelege­nen Regionen)

• Unterstützung bei Fortbildung und Wissenstransfer (auch in ab­gelegenen Regionen)

• Geld- und Ressourceneinsparung durch verbesserte Vernetzung und Nutzung .übergreifender· Daten und Technologien

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